• chrismentz

"Ich möchte meinem Kind ein gutes Vorbild sein..."

Ich habe Sabrina über einen Post auf einen der vielen Facebook-Seiten zum Thema „plastikfrei“ kennengelernt. Sie ist 30 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Stuttgart. Ihr Sohn ist fast ein Jahr alt. Momentan ist sie noch mit ihm zu Hause, wird aber bald schon wieder in ihren Job als Altenpflegerin zurückkehren.


Auch hier versucht Sabrina, so gut es geht auf Plastik zu verzichten. Essen und Trinken wird von zu Hause mitgenommen. Ihr Mann unterstützt sie bei der Vermeidung von Plastik und findet es gut ein Vorbild für ihren Sohn zu sein.



Liebe Sabrina, vielen Dank erst mal, dass Du bereit bist, Dich zum Thema plastikfrei mit Baby zu unterhalten. Du bist gerade dabei, Dein Leben mit Baby etwas umzustellen und mehr und mehr auf Plastik zu verzichten. Ist das richtig?


Ja ich möchte, so gut es geht auf Plastik verzichten, habe aber nun nicht angefangen gleich meine ganzen Tupperware oder die Teller meines Sohnes zu entsorgen. Das ist für mich nicht der Sinn und Zweck der Sache. Es wird einfach nichts mehr dazu gekauft. Und wenn etwas Neues gebraucht wird, schaue ich, auf andere Rohstoffen zurückzugreifen. Dies werde ich mit allen Sachen machen, die aus Plastik sind.


Wir wollen umweltbewusst leben und wenn ich nun alles entsorge, ist es für mich eben nicht mehr umweltbewusst. Wenn etwas kaputt geht, wird es entsorgt oder im Idealfall anders verwendet z.B. im Keller als Aufbewahrung für Schrauben oder Werkzeug.



Was war Dein ganz persönlicher Auslöser, warum Du nun Plastik reduzieren möchtest?

So wie viele, habe ich das Jenke-Projekt gesehen und war erstaunt und auch erschüttert wie viel Plastik in der Umwelt landet – und, dass es auch in unseren Körpern ist. Vor allem bei meinem fast einjährigen Sohn. Wir haben schon immer viel Wert auf die Umwelt gelegt, aber nun natürlich noch mehr.



Womit hast du angefangen?


Ich habe angefangen, mir zu überlegen, was ich zu Hause selbst herstellen kann und hab dies dann umgesetzt. Aus Orangenschalen kann man super einen Allesreiniger machen. Nach einer Erkältung und viel heißer Zitrone, wurde das gleich umgesetzt.


Ebenso verzichten wir auf Spülmaschinen-Taps aus dem Laden. Diese werden mit einfachen Mitteln selbst zusammen gemischt und das Geschirr wird genauso sauber. Es riecht gleich anders in der Wohnung und ich fühle mich dadurch einfach besser.


Auf handelsübliche Toiletten-Tabs verzichten wir auch und stellen das selber her. Sie werden ganz einfach nach dem Putzen ins Wasser geschmissen.



Was bereitet dir im Moment die größten Bauchschmerzen und warum?

Da wir Haustiere haben, ist es dort sehr schwierig, auf Plastik zu verzichten. Wir haben aber auch hier angefangen zu sparen. Es wird einfach eine Großpackung Futter gekauft, die dann drei Monate vorhält, und ich habe den Müll nur einmal.


Leider gibt es in den Supermärkten immer noch viel zu viel in Plastik abgepackte Sachen und keine Alternative - also wird da auch weiterhin zugegriffen. Die Unverpackt-Läden gibt es einfach zu wenig oder sie sind zu weit entfernt. Gerne würde ich noch mehr umsetzen, aber alles braucht seine Zeit.



Wo ist deine persönliche Grenze? Also auf was möchtest du nicht verzichten müssen?

Auf manche Haushaltsgeräte, die ja auch zum größten Teil aus Plastik hergestellt werden. Da bin ich einfach noch zu bequem bzw. es ist einfach eine große Arbeitserleichterung. Mir fällt da spontan der Thermomix ein. Zuhause haben wir den zwar nicht, aber unser Staubsauger besteht aus Hartplastik und mit Haustieren und Kind brauche ich den einfach.


Eigentlich möchte ich auf alles, was zum Putzen dazu gehört, nicht verzichten - ausgenommen auf Reinigungsmittel, die wir ja jetzt selber herstellen.



Was motiviert Dich gerade weiterzumachen?

Ich sehe, wie mein Sohn sich freut, wenn wir unseren Einkauf auf dem Bauernhof oder dem Wochenmarkt erledigen. Auf dem Bauernhof werden die Tiere angeschaut oder es wird noch eine Runde auf dem Spielplatz gedreht. Der Einkauf dauert dann zwar zwei Stunden, aber ich habe etwas Gute getan und mein Sohn ist glücklich.



Der Blick in unseren Gelben Sack motiviert mich auch weiter zu machen. In unserem Haushalt brauchen wir alle 1-2 Monate einen neuen Sack, so stark haben wir schon Plastik reduzieren können. Und es soll noch weiter gehen!


Ich möchte meinem Kind ein gutes Vorbild sein und zeigen, dass es diese Welt nur einmal gibt und man etwas unternehmen muss. Wenn er dies im Erwachsenenalter auch macht und es dann wiederum irgendwann seiner eigenen Familie zeigt, habe ich etwas Gutes an ihn weiter gegeben.

12 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
  • Black Facebook Icon
  • Black YouTube Icon
  • Black Pinterest Icon
  • Black Instagram Icon