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Windelfrei: Die 10 größten Missverständnisse


1. Windeln gehören zur Babyzeit dazu.


Das mag für Europa vielleicht zutreffen, aber nicht für den Rest der Welt. Weltweit werden nämlich wesentlich mehr Babys ohne als mit Windeln großgezogen.



2. Das kann man ja nur machen, wenn das Baby immer einen nackten Hintern hat – also in warmen Ländern.


Sicherlich ist es leichter, wenn die Außentemperaturen es möglich machen, dass man das Baby „unten ohne“ liegen oder rumlaufen lässt. Es gibt aber auch so viele clevere Lösungen, damit das An- und Ausziehen nicht jedes Mal in Stress ausartet.


(Bildmaterial @ Frau Beuteltier)



3. Windelfrei macht viel zu viel Arbeit.


Elimination Communication ist tatsächlich eine Entscheidungssache: Man muss bereit dafür sein, zeitnah auf die Bedürfnisse des Babys einzugehen und sich um alles zu kümmern, was eventuell daneben geht. Im Vergleich zu Windel-Babys macht es aber nicht mehr Arbeit. Windeln sollten auch nach jedem Geschäft gewechselt werden - d. h. hier muss also auch unmittelbar reagiert werden. Und man darf nicht vergessen: Einem Baby die Windel nach mehreren Jahren wieder abzugewöhnen, kann zur echten Herausforderung werden.



4. Windelfrei-Babys werden „trainiert“.


Windelfrei hat nichts mit Sauberkeitstraining zu tun. Es geht lediglich darum, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen bzw. lesen zu lernen, um dann darauf eingehen zu können. Dabei übt man nicht, das Töpfchen zu benutzen, sondern bietet die freie Ausscheidung als Alternative zur Windel an.



5. Windelfrei-Eltern sind ausscheidungsbesessen.


Mit Sicherheit beschäftigen sich Windelfrei-Eltern anfangs etwas intensiver mit dem Thema Ausscheidung. Es gehört nun mal zu den drei großen „Hauptaufgaben“ eines kleinen Babys: Essen, Schlafen, Pippi/Kacka. Eltern wollen die Signale ihres Babys kennen und verstehen lernen. Mit Besessenheit hat das nichts zu tun.



6. Zuhause kann man das vielleicht ausprobieren, aber wenn das Kind zur Kita geht, ist es vorbei.


In einer Tageseinrichtung ist die Zeit der Erzieher für jedes einzelne Kind stark begrenzt. In solch einem Rahmen auf die nicht immer einfach zu lesenden Signale eines kleinen Kindes zu achten, ist wahrscheinlich meist zu viel verlangt. Dennoch können die Bezugspersonen in der Kita das Töpfchen zu festen Zeiten (wie etwa nach dem Essen oder Schlafen) anbieten.



7. Das ist doch unhygienisch!


Windelfrei-Babys pullern nicht einfach beliebig überall hin – sie melden sich meistens davor. Und dann gilt es natürlich schnell zu sein. In einer nassen Windel zu sitzen ist dagegen wesentlich unhygienischer.



8. Mein Baby ist viel zu alt, um jetzt noch damit anzufangen.


Es wird empfohlen, bis zum 6. Lebensmonat das Konzept der Elimination Communication eingeführt zu haben. Doch ist es nie zu spät! Es soll ja schließlich einfach darum gehen, dass Eltern das freie Ausscheiden als Möglichkeit anbieten.



9. Nachts kann windelfrei doch unmöglich funktionieren.


Nachts produzieren die Nieren weniger Urin und Babys scheiden in der Regel daher auch weniger aus. Wenn es dem Baby vor dem Zu-Bett-Gehen und direkt am Morgen nach dem Aufwachen ermöglicht wird, das Töpfchen zu benutzen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass nichts daneben geht. Allerdings funktioniert das bei älteren Kindern besser als bei kleinen Babys. Selbstverständlich kann man auch nachts abhalten. Oft macht sich eine volle Blase durch unruhigen Schlaf oder eine Art Gewimmer bemerkbar. Bei Babys, die nachts viel gestillt werden, macht sicherlich eine Back-up-Windel Sinn.



10. Die Leute werden mich für verrückt erklären.


Das kann natürlich gut sein. Aber immer und immer mehr Leute beschäftigen sich mit dem Thema Windelfrei und werden vielleicht eher neugierig nachfragen. Außerdem geht es schließlich um die Eltern und ihr Kind und nicht um alle anderen.


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